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Aktuelle Zahlen zeigen: Handlungsdruck steigt mit wachsendem Bedarf an U3 Kinderbetreuung

04.09.2014 „Die veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die Entwarnung für den Ausbau der Betreuungsplätze zu früh kam“, erklärt AWO Vorstandsvorsitzender Wolfgang Stadler. Heute veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Zahlen zur Betreuungssituation von Kindern unter drei Jahren. Demnach ist die Anzahl der unter Dreijährigen in der Kindertagesbetreuung zwischen März 2013 und März 2014 um 64 500 gestiegen. Nachdem im August 2013 der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege in Kraft trat, war der Eindruck erweckt worden, das Ziel des quantitativen Betreuungsausbaus sei erreicht. Als Indiz hierfür wurde die ausgebliebene Klagewelle von Eltern gewertet. „Dass dies jedoch der Fall ist, darf vor dem Hintergrund der Fakten bezweifelt werden“, hebt Stadler hervor.

Diese zeigen an, dass es noch ein weiter Weg ist, bis der Betreuungsbedarf gedeckt ist. Mit der heute ebenfalls veröffentlichten bundesweiten Betreuungsquote von 32,3  Prozent liegt die Anzahl der Plätze noch immer knapp 10 Prozent unter den 41,7 Prozent, die von der Bundesregierung als bedarfsdeckend angenommenen wurden. „Diese Differenz ist es, die der Bundesregierung einen eindeutigen Handlungsbedarf anzeigen sollte“, ist Stadler überzeugt und sagt weiter: „Dabei reicht es jetzt nicht nur über Quantität zu reden, sondern wir müssen qualitative Standards beachten.“

Die Arbeiterwohlfahrt betont, dass ebenso dringend qualitative Verbesserungen vereinbart werden müssen. Diese dürfen nicht hinter dem Fokus auf den Strukturausbau zurückfallen. „Die Dringlichkeit über die Qualität der Kinderbetreuung zu sprechen, zeigen die enormen Belastungen vieler Erzieherinnen und Erzieher an. Deshalb müssen nun klare Regelungen beispielsweise zur Gruppengröße und Fachkraft-Kind-Relation getroffen werden“, so Stadler weiter.

Das Bund-Länder-Gespräch am 06. November sollte dringend zu substanzielle Verbesserungen führen. „Damit es hier zu zielführenden Vereinbarungen kommt, sind zuvorderst alle Beteiligten an einen Tisch zu holen“, erklärt Stadler. Das sind neben Bund und Ländern vor allem auch die Kommunen und die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege. Letztere stellen mit 66 Prozent zwei Drittel aller Bildungs-, Betreuungs-, und Erziehungsangebote in der Bundesrepublik.