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AWO fordert ungerechte und unterfinanzierte Kita-Finanzierung grundlegend zu ändern

24.10.2013 „Das heutige System der Kita-Finanzierung ist ungerecht, unterfinanziert und nicht mehr zeitgemäß. Es stammt aus einer Zeit, in der in Westdeutschland Kita-Betreuung eher die Ausnahme als die Regel war“, erklärt der  AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler anlässlich der heutigen Pressekonferenz der Arbeiterwohlfahrt zum Thema „Ungerechte Kita-Finanzierung – Mehr Verantwortung für den Bund“ und ergänzt: „Die finanzielle Unterstützung einer Kita und damit auch die Qualität der Kinderbetreuung darf aber nicht von der Finanzkraft bzw. der Prioritätensetzung einer Kommune abhängen.“ „Die bisherige Kita-Finanzierung muss geändert und die Kommunen dadurch entlastet werden“, betont auch Prof. Stefan Sell, der im Rahmen der heutigen Pressekonferenz ein neues Modell zur Kita-Finanzierung vorstellte.

Heute werden immer jüngere Kinder für immer längere Zeit in die Verantwortung von Kitas und Tageseltern gegeben. Hierin liegt eine große Chance, einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Kinder in Sachen Sprachförderung, Bildung, Mobilität und vor allem auch bezüglich ihrer Sozialkompetenz zu nehmen. Die Qualität der Betreuung wird damit immer bedeutender. „Die Einführung des Rechtsanspruches auf einen Betreuungsplatz führte dazu, dass sich die meisten Kommunen auf den quantitativen Ausbau, nicht aber auf die Betreuungsqualität konzentriert haben“, gibt Stadler zu Bedenken. Im Ergebnis führte dies zu komplett unterschiedlichen  Betreuungsverhältnissen in den einzelnen Bundesländern. Selbst in zwei Nachbarorten desselben Bundeslandes können unterschiedliche Bedingungen herrschen. Dazu kommt der nicht unerhebliche Punkt, dass Eltern bundesweit mit völlig unterschiedlichen Gebührenordnungen konfrontiert werden.

„Diese Unterschiede sind das Ergebnis der massiven Fehl- und Unterfinanzierung des frühkindlichen Bildungs- und Betreuungssystems“, stellt Prof. Sell klar und fordert: „Wir brauchen ein neues Finanzierungssystem, dass den Bund und die Sozialversicherungen stärker in die Regelfinanzierung einbindet. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass die Mittel für die Kinderbetreuung zukünftig zweckgebunden werden.“

Die AWO und Prof. Sell fordern eine vom Wohnort unabhängige Sicherstellung von qualitativ guter Kinderbetreuung. Des Weiteren wird vom zukünftigen Bundesministerium ein Aktionsplan gefordert, der den stark angestiegenen und noch weiter ansteigenden Bedarf an pädagogischen Fachkräften sicherstellt. Der  AWO Bundesvorsitzende fordert zudem, dass die zukünftige Bundesregierung: „schnellstmöglich einen Qualitätsgipfel einberuft. Hierbei sind neben den Ländern auch die kommunalen Spitzenverbände und die Verbände der freien Wohlfahrtspflege zu beteiligen, die gut zwei Drittel aller Betreuungsplätze anbieten. Am Ende eines solchen Dialogs muss ein Qualitätsgesetz oder ein Abkommen  stehen, womit die Qualität der Betreuungsangebote sichergestellt wird.“

Weitere Informationen zu den AWO Forderungen und dem Modell von Prof. Stefan Sell.