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Pflegestatistik: Pflege nimmt an Bedeutung zu

12.03.2015 „Die Zahlen zeigen, dass es einen großen Bedarf gibt, Pflege und Beruf miteinander zu vereinbaren“, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker angesichts der heute veröffentlichten Pflegestatistik 2013. Demnach werden 71 Prozent der Pflegebedürftigen, d.h. 1,86 Millionen Menschen zu Hause versorgt. Zwei Drittel von ihnen werden von Angehörigen gepflegt. Für Döcker ergeben sich aus den Zahlen folgende zentrale Forderungen: Die Vereinbarkeit von Pflege und die Beratungsleistungen für pflegende Angehörige müssen verbessert und  die Pflegequalität muss sichergestellt werden.“

In unseren Gemeinden und Kommunen leben immer mehr pflegebedürftige Menschen, die Unterstützung und pflegerische Versorgung an ihrem Wohnort benötigen, unabhängig davon, ob der Pflegebedürftige ausschließlich von Angehörigen versorgt oder die Unterstützung ambulanter Dienste mit hinzugezogen wird. Es sind zumeist Angehörige, die den Verbleib in den eigenen vier Wänden ermöglichen. „Mit dem Gesetz zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf hat der Gesetzgeber eine erste gute Grundlage geschaffen. Nun muss überprüft werden, ob von Unternehmensseite genug getan wird, dass die Beschäftigten die ihnen zustehende Auszeit nehmen können“, betont Döcker.

Darüber hinaus benötigen zu Pflegende und ihre Angehörigen eine umfassende Beratung. Die Vielfältigkeit der Pflege- und Unterstützungsleistungen ist jedoch von Angehörigen schwer zu durchschauen und kaum in Gänze erfassbar. Zudem sind die aktuell in der Pflegeversicherung verankerten Beratungsansätze in Umfang und Finanzierung unzureichend. Auch werden weder Betroffene, noch ihre Familien erreicht. Döcker fordert hier: „einen Beratungsgutschein einzuführen, der den gesetzlichen Beratungsanspruch in die Hand des Versicherten gibt, damit dieser eine Beratungsstelle seiner Wahl aufsuchen bzw. sich zu Hause von einem Pflegeberater informieren lassen kann.“

Mit der zunehmenden Zahl der Pflegebedürftigen steigt auch die Bedeutung des Pflegeberufs und der Pflegequalität für unsere Gesellschaft. In Sachen Pflegequalität sollte der Fokus auf den Nutzen für die gepflegten Menschen und die fachliche Weiterentwicklung gelegt werden. Aus Sicht der AWO ist für die Attraktivität des Pflegeberufes ein modernes und professionelles System der Feststellung und Veröffentlichung der Pflegequalität erforderlich. „Die Qualität von Pflege muss sich an dem messen, was bei den Gepflegten ankommt“, ist das AWO Vorstandsmitglied überzeugt. Den Menschen eine gute Pflege zukommen zu lassen, ist das Motiv für die Wahl des Pflegeberufes und das Ziel der täglichen Arbeit der Pflegekräfte. Auch die Verbesserung der Qualität der Pflege muss sich hieraus ableiten lassen. Steht das Wohlergehen der gepflegten Menschen im Mittelpunkt, dann werden die Pflegekräfte in ihrer Berufswahl bestätigt und sie entwickeln und erhalten eine hohe Motivation für diese so wichtige Arbeit.