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Ministerpräsident Platzeck verleiht das „Band für Mut und Verständigung“

12.06.2012 Am gestrigen Montag hat Ministerpräsident Matthias Platzeck in der Potsdamer Staatskanzlei das „Band für Mut und Verständigung“ an ausgewählte Bürgerinnen und Bürger überreicht. Die Auszeichnung wird seit 1993 vom „Bündnis der Vernunft gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit“ an couragierte Menschen und Initiativen in Brandenburg und Berlin verliehen. 

Platzeck betonte, die Verleihung „zeigt Jahr für Jahr, dass es in Brandenburg und Berlin unzählige Frauen und Männer gibt, die Menschlichkeit, Toleranz und Integration leben.“ Aber er mahnte auch an, dass die Werte der demokratischen Gesellschaft mühsam erstritten worden seien und nun aktiv von den Bürgerinnen und Bürgern verteidigt werden müssten.
„Auf Dauer gelingen kann das aber nur, wenn es einhergeht mit einer aktiven Gesellschaft, die Tag für Tag im Großen wie im Kleinen für diese Werte eintritt.“

Der Kampf gegen Gewalt und rechtes Gedankengut – auch das eine Erkenntnis nach 20 Jahren, sei noch lange nicht beendet: „Deshalb sage ich ganz ausdrücklich: Einen politischen oder gesellschaftlichen Schlummerzustand können wir uns heute wie morgen nicht leisten. Wir müssen weiter ganz genau hinsehen und die Probleme, die es in unserem Land nach wie vor gibt, auch klar benennen.“ Platzeck bedankte sich bei all den Brandenburgerinnen und Brandenburgern, die in den vergangenen Monaten immer dort Flagge zeigten, wo Rechtsradikale in märkischen Städten aufzumarschieren versuchten – in Neuruppin, Cottbus oder Nauen.

Die Preisträger/innen „Band für Mut und Verständigung“ 2012 des „Bündnisses der Vernunft gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit“:

Aktionsbündnis Cottbuser Aufbruch
gegründet 1999 nach vermehrten rassistischen Übergriffen in der Stadt; versteht sich als Kommunikationsplattplattform aller gesellschaftlichen Kräfte gegen Rechtsextremismus; ruft zu Demonstrationen auf, veranstaltet Kulturprogramme und leistet Aufklärungsarbeit.

Tannaz Bidary und Patrick Kizito
aus dem Iran sowie aus Kenia; leben seit fünf beziehungsweise zwei Jahren als Flüchtlinge in Deutschland; wehren sich gegen die Praxis, Flüchtlingen vorrangig Wertgutscheine anstatt Bargeld auszuhändigen.

Bündnis Neukölln/Neuköllner Falken
gegründet 2009; versteht sich als Plattform der Information und Aktion gegen Rechtsextremismus. Der Zusammenschluss von Organisationen, Unternehmen, privaten und bezirklichen Einrichtungen sowie Einzelpersonen organisiert Proteste und entwickelt Aktionsformen gegen rassistische Ideologien besonders mit Blick auf Kinder und Jugendliche.

Sonderpreisträger/innen:

Josefine Markarian
aus Potsdam; engagierte sich mit anderen Schülerinnen und Schülern an der Voltaire-Gesamtschule im Projekt Stolpersteine, das sich mit dem Leben ehemaliger jüdischer Mitbürgerinnen und –bürger beschäftigt.

Jugendband „Hightek Musik“
die vier Schüler des Oranienburger Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums setzen sich seit zwei Jahren mit ihrer Musik gegen Rassismus und Rechtsextremismus sowie für Demokratie und Integration ein.

Das „Band für Mut und Verständigung“ wird seit 1993 vom „Bündnis der Vernunft gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit“ verliehen. Dem Bündnis gehören neben Platzeck und Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit unter anderem der DGB Bezirk Berlin-Brandenburg, die Landesverbände der Freien Wohlfahrtspflege aus Berlin und Brandenburg, die evangelische und die katholische Kirche und die Jüdische Gemeinde zu Berlin an. Die Verleihung des „Bandes für Mut und Verständigung“ findet im Wechsel in Potsdam und Berlin statt.