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Mehr Männer in die Kita – AWO zum Girls und Boys Day

25.04.2017
Der morgige Kids bzw. Boys und Girls Day soll dazu dienen, Mädchen und Jungen an Berufe oder Tätigkeitsbereiche heranzuführen, die für ihr Geschlecht als vermeintlich untypisch gelten. „Die AWO macht sich für eine Berufswahl fernab jeglicher Geschlechterklischees stark“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. So engagiert sich die AWO unter anderem dafür, dass mehr Männer in der Kindertagesbetreuung beschäftigt werden. Deren Anteil liegt nach einer heute veröffentlichten Zahl  des Statistischen  Bundesamtes, trotz großer Steigerungen, bei noch immer nur 5,2 Prozent. „Bildung, Betreuung und Erziehung ist nicht nur Frauensache. Der Anteil der Männer, die beruflich in der Kindertagesbetreuung tätig sind, ist zu gering“, findet der AWO Bundesvorsitzende.

Kitas gewinnen als Bildungseinrichtung zunehmend an Bedeutung. „Wenn Kinder in der Kita die Vielfalt der Welt kennenlernen sollen, gehören dazu nicht nur verschiedene Kulturen, Sprachen und Generationen, anregungsreiche Materialien und Spielgelegenheiten, sondern eben auch Frauen und Männer. Seit der Einführung des Anspruches auf einen Kitaplatz besuchen immer mehr Kinder eine Kindertageseinrichtung. Dadurch differenzieren sich auch die Zielgruppen der Kitas und ihre Lebenswelten, was sich im Sinne der bestmöglichen frühpädagogischen Förderung von Kindern auch im Personal widerspiegeln sollte. „Männer können die Teamkultur in Kindertagesstätten positiv beeinflussen, Teams aus Frauen und Männern arbeiten  innovativer“, zeigt sich Stadler überzeugt.  Zudem ist die Gewinnung männlicher Fachkräfte eine Antwort auf den immer größer werdenden Fachkräftemangel. Schon heute können Kita-Gruppen oder ganze Einrichtungen nicht eröffnet werden, weil es an Fachkräften mangelt. „Männliche Erzieher können das Problem des Fachkräftemangels allein auch nicht lösen, aber sie können einen wichtigen Beitrag leisten“, betont Stadler abschließend.

Am Kids Day oder Boys bzw. Girls Day erkunden Mädchen und Jungen ab der 5. Klasse Berufe in den Bereichen, die typischerweise nicht ihrem Geschlecht zugeschrieben werden. So probieren sich Jungen  in den Bereichen Erziehung, Soziales, Gesundheit und Dienstleistung – Arbeitsbereiche, in denen Männer bislang noch nicht so stark vertreten sind.