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AWO Landesverband startet Initiative anlässlich eines Vierteljahrhunderts UN-Kinderrechte

Mal Hand aufs (AWO-)Herz: Sind Ihnen die Kinderrechte bekannt? Und vor allem: Gehen Sie mit den Kindern und Jugendlichen immer entsprechend um? Im November 2014 wurden die Kinderrechte 25 Jahre alt – Anlass sich diesen verstärkt mit diesen auseinanderzusetzen und eigene Strukturen und Handlungen zu hinterfragen.

Vor einem Vierteljahrhundert wurde mit der UN-Kinderrechtskonvention der Grundstein für eine kinderfreundlichere und vor allem zukunftsfähigere Welt gelegt. Im Zuge der Kinderrechtsarbeit wurde seitdem viel erreicht, aber es gibt immer noch viel zu tun – auch in Brandenburg. Daher will der AWO Landesverband Brandenburg e.V. mit einer Initiative die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention noch stärker befördern.

Das Projekt „Kinderrechte – Hand aufs Herz“ verfolgt das Ziel, die Kinderrechte im pädagogischen Tagesablauf der AWO-Einrichtungen sicherzustellen und zu achten. Hierbei steht der wertschätzende und respektvolle Umgang mit den jungen Menschen unserer Gesellschaft an oberster Stelle. Eine Grundhaltung, die für die Entwicklung zu selbstständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten unabdingbar ist. Der AWO Landesverband sieht sich in der Pflicht, die Kinder und Jugendlichen in der Wahrnehmung ihrer Rechte auf Schutz, Förderung und Beteiligung gegenüber anderen Kindern und Erwachsenen aktiv zu unterstützen. „Wer Rechte hat, muss seine Rechte kennen.“, fordert Anne Böttcher, Geschäftsführerin des AWO Landesverbandes Brandenburg. „Gerade wenn Kinder auf Erwachsene angewiesen sind, müssen sie wissen, welche Rechte sie haben, wer die Verantwortung trägt und wie sie für ihre und die Rechte anderer einstehen können.“

Vor diesem Hintergrund sollen Kinder, Jugendliche und ErzieherInnen auf das Thema Kinderrechte noch stärker sensibilisiert und handlungssicherer gemacht werden. Um das Bewusstsein für die Rechte von Kindern und deren Verletzung zu stärken, gilt es nachhaltige Impulse zu geben. So sollen im Rahmen der AWO-Initiative Kinder und Jugendliche beispielsweise in Workshops die Rechte selbstständig erarbeiten können, die sie im täglichen Miteinander in Kitas, Horten, Erziehungshilfeeinrichtungen für sich selbst, aber auch für andere einfordern und respektiert haben möchten. Zudem gilt es die Ansprüche der pädagogischen Fachkräfte der verschiedenen Kindertages- und Jugendeinrichtungen gemeinsam zu reflektieren und die AWO-Qualitätsstandards als fachliche Richtlinien praxistauglich verankern. „Wichtig ist es, die Gefühle und Interessen des Kindes ernst zu nehmen, Schutz zu bieten und dem kindlichen Bedürfnis nach Förderung und aktiver Beteiligung gerecht zu werden.“ so Anne Böttcher.

Die Notwendigkeit, Kinderrechte umfassend zu verwirklichen, ist nach 25 Jahren UN-Kinderrechtskonvention, immer noch aktuell. Dies zeigt sich unter anderem in der Debatte, ob Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden sollen, um somit die Stellung des Kindes als eigenständige Persönlichkeit zu stärken und die Verantwortung des Staates für die Rechte des Kindes hervorzuheben. Zum 25. Geburtstag der UN-Kinderrechte wäre die Implemtierung der Kinderrechte ins Grundgesetz sowie die Einrichtung unabhängiger Ombud- und Beschwerdestellen für Kinder und Jugendliche ein klares Signal für mehr Kinderfreundlichkeit in Deutschland.

Erste Signale seitens der AWO im Land Brandenburg sendeten im Sommer der Landesvorstand mit der Beschlussfassung seiner AWO-Standpunkte zum Thema Kinderrechte sowie ein gemeinsamer Workshop im Herbst mit Vertretern verschiedenster Kinder- und Jugendeinrichtungen der AWO, bei welchem sich ausgetauscht und erste Ideen zur weiteren systematischen Beförderung der Kinderrechte in den Einrichtungen gesammelt wurden. 2015 werden dann im Rahmen der langfristig angesetzten Initiative Projektideen und Unterstützungsangebote für die praktische Arbeit Form annehmen.

Hintergrundwissen

Diskussionspapier

Die Beachtung der Kinderrechte im Alltagsleben der Einrichtungen wie auch eines wirksamen präventiven Kinderschutz zu reflektieren ist ein grundlegendes Ziel der AWO-Kinderrechte-Initiative. Deshalb hat der Landesvorstand ein Diskussionspapier verabschiedet, welches Grundlage für regelmäßige wie auch anlassbezogene Gespräche bieten soll, um sich über die Wahrnehmung der eigenen Grenzen und der der Kinder auszutauschen, das eigene Handeln zu reflektieren und so künftiges Fehlverhalten zu verhindern. Mit möglichem Fehlverhalten von Mitarbeiter*innen professionell umzugehen und so auch eine ehrliche Fehlerkultur in den Einrichtungen zu ermöglichen, ist eine wesentliche Voraussetzung.