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Gleichstellung zur zentralen Politikaufgabe machen

06.03.2015 „Frauenquote, Lohngleichheit und Zeitsouveränität – diese Stichworte sind in aller Munde und suggerieren, dass es zur Gleichstellung von Frauen und Männern nur noch wenige Schritte sind“, kritisiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler aus Anlass des Internationalen Frauentages, der seit 1919 jährlich am 08. März begangen wird. Ein Blick auf die tatsächliche Verteilung von beispielsweise Geld und Macht zeigt ein anderes Bild:  22 Prozent weniger Gehalt und 59 Prozent weniger Rente – Frauenrealität in Deutschland. „Symbolische oder teilweise widersprüchliche Einzelmaßnahmen stehen bisher einer erfolgreichen Gleichstellungspolitik im Weg“, bemerkt Stadler und ergänzt: „Auch wenn die Einführung einer Frauenquote ein erster wichtiger Schritt ist, benötigen wir endlich eine zentrale Einrichtung im Bereich Gender Mainstreaming, die direkt in einem Bundesministerium angesiedelt ist.“

Laut einem Bericht des Europäischen Gleichstellungsinstituts ist Deutschland eines der vier letzten europäischen Staaten (mit Estland, Polen und Malta) ohne nationalen Aktionsplan zur Gleichstellungspolitik und ohne Strukturen zur Umsetzung von Gender Mainstreaming. Bereits 1995 wurde auf der Weltfrauenkonferenz in Peking die Schaffung einzelstaatlicher Einrichtungen gefordert, die die Gleichstellungsperspektive in allen Politikbereichen verankern sollen. Gender Gaps in den Bereichen Bildung, Einkommen und Beteiligung zeigen, dass Gleichstellung nur als Querschnittsaufgabe zu realisieren ist. Deswegen fordert die AWO die Empfehlungen des Ersten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung endlich umzusetzen. Dieser hatte bspw. gezeigt, dass die Gleichstellung von Frauen im Arbeitsleben eng an Verbesserungen in der Kindertagesbetreuung geknüpft ist. Zudem müssten alle Politikfelder eng aufeinander abgestimmt an der Weiterentwicklung von Gleichstellung arbeiten. Für genau diese Verzahnung ist eine koordinierende Stelle in einem Bundesministerium vonnöten. „Gleichstellungspolitik muss endlich ins Zentrum der Politik gerückt werden. Sie ist und bleibt eine Querschnittsaufgabe für alle Arbeitsfelder und muss umfassend mit den nötigen Ressourcen ausgestattet werden“, schließt Wolfgang Stadler ab.